Fasziendistorsionsmodell nach Typaldos in Freiburg

Auf einem Workshop beim Faszienpabst Robert Schleipp Ende 2022 hörte ich zum ersten mal von FDM. Diese Therapie resonierte sofort mit mir, ich kaufte mir ein Lehrbuch und buchte just 2023 einen FDM – Intensivkurs. Inzwischen hat sich das Konzept bewährt und ich wende es regelmäßig in der Praxis an. Hier nun eine detatailierte Erklärung was FDM überhaupt ist, wo es herkommt, was dabei passiert und bei welchen Beschwerden es gut funktioniert.

Schnelle Hilfe bei Rücken-, Schulter-, Knie- und Sportverletzungen

Schmerzen entstehen nicht immer nur durch „Verschleiß“. Häufig spielen verspannte, verdrehte oder in ihrer Funktion gestörte Faszien eine zentrale Rolle. Genau hier setzt das Faszien-Distorsions-Modell (FDM) nach Stephen Typaldos an.

In meiner Praxis in Freiburg nutze ich die FDM-Therapie insbesondere bei:

  • Rückenschmerzen
  • Nackenschmerzen
  • Schulterschmerzen
  • Hüft- und Knieschmerzen
  • Sportverletzungen
  • Bewegungseinschränkungen
  • chronischen Muskelverspannungen

Das Ziel: Schmerzen möglichst ursachenorientiert behandeln und die natürliche Beweglichkeit des Körpers wiederherstellen.


Was ist das Faszien-Distorsions-Modell (FDM)?

Das Faszien-Distorsions-Modell wurde vom amerikanischen Osteopathen und Notfallmediziner Stephen Typaldos entwickelt.

Die Grundidee:
Viele Schmerzen entstehen durch spezifische Veränderungen der Faszien. Durch Überlastung, Fehlhaltung, Stress oder Verletzungen werden die Faszien verändert und dadurch können Schmerzen und Bewegungseinschränkungen entstehen.

Faszie ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Körperstruktur. Wird die Faszie verletzt, hat der Körper i.d.R. nicht die Fähigkeit diese Struktur wieder selbst zu reparieren. Es ist wie bei einem Knochenbruch. Der Körper hat nicht die Fähigkeit den Knochen neu auszurichten. Es braucht einen Impuls von außen.

Besonders interessant:
Im FDM spielt die Körpersprache des Patienten eine zentrale Rolle. Viele Menschen zeigen intuitiv mit den Händen exakt die Struktur, die Beschwerden verursacht. Diese Hinweise helfen dabei, die Behandlung gezielt anzupassen.


Die sechs Distorsionen im FDM

Nach Typaldos gibt es sechs grundlegende Faszien-Distorsionen. Jeder Distorsion hat andere Ursachen, wird anders diagnostiziert und therapiert.

1. Triggerband-Distorsion

Hierbei sollen sich Faszienzüge „verdreht“ oder verschoben haben. Patienten zeigen häufig mit dem Finger entlang einer schmerzhaften Linie. Auf dem Titelbild kannst du eine Triggerband-Distorsion und deren Behandlung erkennen.

Typische Beschwerden:

  • ziehende Schmerzen
  • Bewegungsschmerz
  • Muskelverspannungen
  • Schmerzen entlang von Sehnen oder Muskelketten

2. Hernierter Triggerpunkt

Dabei soll Gewebe durch eine Faszienschicht gedrückt werden. Patienten zeigen meist punktuell auf einen stechenden Schmerz.

Typische Beschwerden:

  • lokaler Druckschmerz
  • stechende Schmerzen
  • Kraftverlust
  • tastbare empfindliche Punkte

3. Kontinuum-Distorsion

Diese betrifft Übergänge zwischen Gewebearten, etwa zwischen Sehne und Knochen.

Typische Beschwerden:

  • punktuelle Schmerzen direkt am Knochenansatz
  • Schmerzen bei Belastung
  • eingeschränkte Beweglichkeit

4. Folding-Distorsion

Hierbei soll ein Gelenk seine natürliche Struktur kurzfristig „verloren“ haben, meist nach Verstauchungen oder Traumata. Definiert sind diese beiden Gruppe: Einfaltung durch Kompression und Entfaltung durch Traktion (Zug).

Typische Beschwerden:

  • Instabilitätsgefühl
  • Blockierungsgefühl
  • Schmerzen bei Bewegung
  • Schmerzen tief im Gelenk
  • Gefühl, „etwas sitzt nicht richtig“

5. Zylinderdistorsion

Diese Distorsion betrifft größere fasziale Flächen oder zirkuläre Spannungsmuster.

Typische Beschwerden:

  • diffuse Schmerzen
  • Kribbeln
  • Taubheitsgefühle
  • Spannungsgefühl

6. Tektonische Fixation

Dabei sollen Faszienschichten ihre Gleitfähigkeit verloren haben. Der Volksmund spricht hier von sog. Verklebungen oder Verfilzungen.

Typische Beschwerden:

  • Steifigkeit
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • Anlaufschmerzen
  • Gefühl von „Verklebung“

Welche Beschwerden können mit FDM behandelt werden?

Die FDM-Therapie wird vor allem bei funktionellen Beschwerden des Bewegungsapparates eingesetzt.

Häufige Anwendungsgebiete:

  • akute Rückenschmerzen
  • Nackenverspannungen
  • Schulter-Arm-Beschwerden
  • Hüftschmerzen
  • Knieschmerzen
  • Tennisellenbogen
  • Achillessehnenbeschwerden
  • Plantarfasziitis und Fersenschmerzen
  • Sportverletzungen
  • Verstauchungen
  • Muskelverhärtungen
  • Bewegungseinschränkungen
  • Faszienverklebungen
  • chronische Schmerzen

Gerade Patienten, die bereits viele passive Maßnahmen ausprobiert haben, berichten häufig über überraschend schnelle Veränderungen.


FDM im Leistungssport – warum viele Sportler auf diese Methode setzen

Das Faszien-Distorsions-Modell hat besonders im Leistungs- und Spitzensport große Aufmerksamkeit erhalten. Viele Sporttherapeuten nutzen FDM, weil die Methode häufig auf schnelle Funktionsverbesserung abzielt.

Im Leistungssport sind Athleten darauf angewiesen:

  • Beweglichkeit schnell zurückzugewinnen
  • muskuläre Spannung effizient zu regulieren
  • Belastbarkeit rasch wiederherzustellen
  • Ausfallzeiten möglichst kurz zu halten

Gerade bei:

  • Muskelverletzungen
  • Überlastungssyndromen
  • Faszienproblemen
  • Sprunggelenksverletzungen
  • Schulterproblemen
  • Kniebeschwerden

wird FDM häufig ergänzend eingesetzt.

Der Vorteil:
Die Behandlung arbeitet sehr direkt an den betroffenen Strukturen und versucht nicht nur Symptome zu „beruhigen“, sondern Bewegungsmuster mechanisch zu verbessern.


Was ist das besondere an FDM?

Das FDM verfolgt einen sehr spezifischen Ansatz:
Die Behandlung orientiert sich exakt an:

  • Schmerzgestik
  • Gewebegefühl
  • Bewegungsmuster
  • Faszienverlauf

Dadurch entsteht oft eine sehr zielgerichtete Therapie.

Mögliche Vorteile des FDM:

  • häufig schnelle Veränderung der Beweglichkeit
  • direkte Behandlung der schmerzhaften Struktur
  • individuell angepasste Therapie
  • besonders geeignet bei funktionellen Beschwerden
  • oft hilfreich bei therapieresistenten Beschwerden
  • aktive Wahrnehmung des Körpers wird verbessert

Wichtig ist jedoch:
Nicht jede Beschwerde hat ausschließlich eine mechanische Ursache. Gerade chronische Schmerzen benötigen häufig zusätzlich eine Regulation des Nervensystems, Stressmanagement und aktive Bewegungstherapie.

Einen guten Einblick vermittelt dieses 10min Video. Hier erhältst Du Einblicke in die Sichtweise von Patienten- und Therapeuten, erfährst etwas über die Möglichkeiten und siehst auch wie es angewendet wird.


Wie läuft eine FDM-Behandlung ab?

Zu Beginn erfolgt eine genaue Analyse:

  • Wo liegen die Schmerzen?
  • Wie zeigt der Patient die Beschwerden?
  • Welche Bewegungen sind eingeschränkt?
  • Welche faszialen Spannungsmuster zeigen sich?

Anschließend erfolgt die manuelle Behandlung. Diese kann teilweise intensiv sein, da gezielt auf die betroffenen Faszien eingewirkt wird.

Viele Patienten berichten bereits nach wenigen oder nur einer Sitzung(en) über:

  • bessere Beweglichkeit
  • weniger Spannung
  • reduzierte Schmerzen
  • mehr Stabilität
  • verbessertes Körpergefühl

FDM Therapie in Freiburg – ganzheitlich und individuell

In meiner Praxis in Freiburg kombiniere ich zeitgemäße Faszienbehandlung mit einem ganzheitlichen Blick auf den Menschen.

Denn nachhaltige Veränderung entsteht häufig dann, wenn:

  • mechanische Spannungen gelöst werden,
  • das Nervensystem reguliert wird,
  • Bewegung wieder Vertrauen schafft,
  • und der Körper als Ganzes betrachtet wird.

Gerade bei chronischen Schmerzen oder wiederkehrenden Beschwerden kann dieser kombinierte Ansatz sinnvoll sein.

Je nach Beschwerdebild ergänze ich FDM mit Techniken aus der Osteopathie, Dorn-Therapie oder Triggerpunkttherapie.


Fazit

Das Faszien-Distorsions-Modell nach Stephen Typaldos ist eine zeitgemäße manuelle Therapieform, die insbesondere bei Beschwerden des Bewegungsapparates eingesetzt wird.

Die Methode wird sowohl im Alltag als auch im Leistungs- und Spitzensport genutzt, weil sie häufig direkt an funktionellen Einschränkungen ansetzt.

Besonders die Kombination aus:

  • präziser Hands-on-Behandlung,
  • aktiver Therapie,
  • Bewegungsaufbau
  • und ganzheitlicher Betrachtung

macht FDM für viele Patienten interessant, die nach einer ursachenorientierten Behandlung suchen.

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